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Planungsabsichten, Grundgedanken des Entwurfes

Einordnung - Motiv
Das Planungsgebiet, der Grünraum unterhalb der ehemaligen Wachschen Villa, ist ein stark geneigtes, reizvoll zwischen Weinberg und Besiedlung gelegenes Grundstück. Die Qualitäten als landschaftsnah gestalteter Park sollen wieder herausgearbeitet werden. Dazu sollen die neue Schule, der neue Sportplatz und die Wachsche Villa 3 Schwerpunkte bilden, die in der Parkanlage gleichwertig plaziert werden- wie Lichtungen im Park.

Der Schulneubau wird deshalb als kompakte bauliche Anlage entworfen, die sich nicht hauptsächlich am Augustusweg entlang entwickelt, sondern auch Richtung Hang. Bauort soll der Standort der alten Schule sein, da hier schon ein Plateau vorhanden ist, nur wenige Bäume gefällt werden müssen und relativ wenig in das Gelände eingegriffen werden muss.
Ähnlich soll mit dem Sportfeld verfahren werden. Es soll in etwa am alten Standort verbleiben, jedoch die lärmintensiven Bereiche, das Sportfeld, sollen so weit wie möglich von der Nachbarschaft abgerückt werden.
Endlich sollen auch die Freianlagen der Wachschen Villa- die Terrasse und Freitreppe wieder hergestellt werden.
Auf diese Weise können 3 harmonisch in der Parklandschaft eingebundene Orte erzeugt werden. Zwischen Schule und Sportfeld öffnet sich der Park für die Öffentlichkeit zum Augustusweg, der Jugendtreff bleibt dabei im bestehenden Gebäude, das funktions- und denkmalgerecht saniert wird

Das Bauen der Schule in den Hang hinein eröffnet Möglichkeiten. Zum einen wird einerseits im Sinne des Passivhauscharkaters ein teilweise in das Erdreich eingebundenes Gebäude mit geringem Außenwandanteil konzipiert, zum anderen wird aber auch ein Freibereich auf 2 Ebenen- mit Eingangsebene zur Strasse und Anbindung an den Park ein Geschoss höher, verbunden über einen Innenhof, möglich.

Park
Durch die kompakte Einordnung des Schulbaukörpers kann der Park der Wachschen Villa als öffentlicher Park entwickelt werden, der sich zum Augustusweg hin öffnet und gleichzeitig die Anbindung zu den Weinhängen und dem Wandergebiet oberhalb vermittelt.
Der Park selbst wird durch das Freischlagen von Blickachsen bzw. Parkräumen insbesondere im Bezug zur Wachschen Villa aufgewertet. Das historische Torgebäude (Jugendclub) wird als Gegenpunkt der Achse am Augustusweg erlebbar. Ein Wegesystem wird wieder belebt. Die Stellplätze für die Schule werden westlich der Schule eingeordnet, so daß die wertvollen Bereiche des Parkes nicht beeinträchtigt werden.

SCHULE

Baukörper
Auf einem Sockel erheben sich 3 Einzelbaukörper- Grundschule, Ganztagesbereich und Hort. Der Sockel, das Erdgeschoss, verbindet alle Nutzungseinheiten und beherbergt die gemeinsam genutzten Bereiche wie Verwaltung, Sporthallenzugang und Speisesaal. Gegenüber dem Eingang schließt sich ein Innenhof an und über eine Freitreppe mit Sitzstufen erreicht man die obere Ebene.
Die rechteckigen Kuben der Baukörper im Obergeschoss umschließen von drei Seiten den Schulhof, der wiederum nach allen Himmelsrichtungen Öffnungen und Blickbeziehungen aufweist. Die vierte Seite wird durch den Park gebildet. Mit der gewählten Anordnung wird das Motiv des Dreiseithofes, wie man es ähnlich bei den historischen Anwesen entlang der Radebeuler Weinbergstraße findet, neu interpretiert. Die massiven Baukörper erhalten eine Gebäudehülle aus Holz, so wird das Bauvolumen in die Umgebung eingebunden und Bezug auf den Park genommen. Die klare Baukörperanordnung und Form findet Ihre Entsprechung in den Grundrissen. Die Klassen und Aufenthaltsräume der Schüler sind entlang von Mittelfluren angeordnet. Diese werden durch Öffnungen zum Innenhof für Pausenaufenthalt, sowie durch die Gestaltung der Flurwände mit Durchblickfenstern zu Gemeinschaftsräumen, Sitznischen und Garderoben rhythmisiert

Funktionalität
Die Basis der Erschließung bildet das in den Hang geschobene Erdgeschoß mit Eingangsfoyer und Verteilerfunktion.
Erschlossen werden von hier die Sporthalle ein Geschoß tiefer eingegraben, der Unterrichtsbereich, der Ganztagesbereich; und der Hort als aufgesetzte Baukörper. Im Eingangsfoyer wird die Orientierung zum Zugang zu den Klassenräumen über die offene Treppe gegeben. Gegenüber liegt die Treppe (für die Aulanutzung) zur Sporthalle im Untergeschoß und führt der Erschließungsflur galerieartig vorbei an der Sporthalle zu den Zugängen von Ganztagesbereich und Hort. Gleichzeitig ist das Foyer großzügig mit dem Innenhof verbunden und gibt den Blick auf die anschließende Parklandschaft frei. Im oberen Hofniveau bestehen von den 3 Bauteilen jeweils mehrere Ausgänge auf den Schulhof. Im Bereich des Grundschulgebäudes ist der Aufzug angeordnet, so dass alle Ebenen behindertengerecht erschlossen sind.
Jeder Aufenthaltsraum ist über einen Lüftungs- und Installationschacht mit dem Erdgeschoss verbunden und wird von dort versorgt. Über den Garderobenschränken befinden sich die vertikalen Lüftungsverteiler.

Freiflächen Schule
Mit den Freiflächen der Schule wird die Geländebewegung erlebbar, sie erstrecken sich über 2 Ebenen. In der Eingangsebene liegt der atriumartige Innenhof mit Anbindung an das Foyer und Speiseraum sowie Sichtbeziehung zur abgesenkten Sporthalle.
Die obere Ebene ist über eine große zum Hang orientierte Freitreppe mit der unteren Ebene verbunden. Die obere Hoffläche ist mit unterschiedlichen Materialien gegliedert. Diese Ebene öffnet sich zum Park. Der Zaun greift in einen Abschnitt des Parks, so daß ein freier Spielbereich den klargegliederten Hof ergänzt. Der Schulsportplatz wird über das aktivierte Parkwegesystem direkt aus den Umkleiden im Untergeschoß über einen separaten Eingang erreicht.

Passivhaus
Mit der beschriebenen Kubatur der Schule ist die Errichtung als ein Passivhaus mit sehr guten energetischen Werten möglich (siehe Erläuterung Energiekonzept). Die Tragkonstruktion wird massiv ausgebildet und so wenig wie möglich (zum Beispiel für raumakustische Massnahmen) bekleidet, um ein großes passive Speichervermögen zu erreichen. An den Außenseiten der Tragkonstruktion wird optimal gedämmt. Eine Holzpellettheizung wird eingesetzt, um die CO²-Produktion zu minimieren, ein Erdwärmetauscher temperiert passiv die Lüftung (Winter- Erwärmung, Sommer Abkühlung). Der Fensterflächenanteil wir optimiert. Dreifachverglasung ohne Sonnenschutzfaktor erlaubt solaren Wärmegewinn. Der Sonnenschutz wird über vertikale drehbare Holz-Lamellen gewährleistet, die über einen Sonnenwächter gesteuert werden.